Die wichtigste Information zuerst: Moritz und Alex wurden die letzte Nacht nicht gestohlen und Liam und Alena lagen ebenfalls noch im Dachzelt.
Auch hatten wir unsere Wertgegenstände noch und konnten ohne Verlust in den Tag starten. Das Starten können wir mittlerweile schnell, das wisst ihr. Denn auch an diesem Morgen wurden wir nicht verschont und mussten aus unserem Backofen fliehen. Diesmal müssen wir aber noch von der Nacht berichten, denn Alena hatte um 5:00 Uhr morgens eine Mission. Der Wind war so stark, dass wir draussen hören konnten, wie sich Dinge verschoben oder runterfielen. Mit Mut im Gepäck sprang sie aus dem Van, um alles in Sicherheit zu bringen. Unsere Peggy stand wie eine Eins, so vertrauten wir auf sie und überliessen es ihr, ob wir sie Morgen an Ort und Stelle finden werden. Zu unserem Glück konnte unser verschlafener Blick feststellen, dass es Peggy überlebt hat und unser Krimskrams sicher unter Badetüchern zu finden war. Puuh waren wir froh, denn wir wollen Peggy natürlich behalten und keine neuen Bekanntschaften machen müssen mit anderen Markisen. Da heute Abreise-Tag war und Alena und Alex unbedingt pinkeln mussten, fanden wir uns im Badezimmer wieder. Dort wurde alles Nötige erledigt, sodass wir halbwegs frisch in den Tag starten konnten.
Auf dem Rückweg passierte uns dann wieder eine unvergessliche Story.
Der liebe Besitzer des Campings - Símon kam uns mit seinem Hund Nilo entgegen. Ohne dass wir nachgefragt haben, bekamen wir eine Biologiestunde am frühen Morgen. Símon erzählte uns von seinem Teich, welcher zwischen Bad und Camping sein Platz fand. Da sollen anscheinend Fische drin sein, die ihre Eier in den Boden legen. Der Teich hat dann eine Zeit kein Wasser drin und die kleinen Fischchen schlüpfen erst, wenn sie merken, dass der Teich wieder gefüllt ist. Schon beeindruckend, was diese Tierchen können. Auch über die Frösche erzählt er stolz und dass die Kaulquappen ein selbsterbautes Gehege bekommen haben, damit sie nicht gefressen werden liess er uns wissen. Wir waren wieder hin und weg von diesem älteren Herren, der es so gut mit den Tieren und der Natur meint.
Nachdem wir dann unser ganzes Bagage wieder in den Van stopfen konnten waren wir bereit für die Weiterfahrt.
Dass ihr euch ein Bild machen könnt: Alle Taschen, die nichts Wichtiges für die Fahrt enthalten kommen hinter die Sitze. Die Decken und Kissen werden obendrauf drapiert und die Campingstühle kommen auf die gefaltete Matratze. Krimskrams kommt auf die Küchenabdeckung, in der Hoffnung, dass es während der Fahrt auch dort bleibt und Peggy kommt wie immer zurück in ihr Häuschen. Wir müssen zugeben, dass wir eine super Routine haben aber es ist in der prallen Sonne dann doch auch streng. Bevor wir losfahren konnten checkte Alex, ob das Geld mittlerweile zurücküberwiesen wurde... Fehlanzeige aber wir müssen weiter. So drückten wir einfach die Daumen und hielten unser Vertrauen zu den Besitzern weiterhin aufrecht. Alena gab sich dem Check-Out hin und Moritz musste unbedingt noch Símon Auf Wiedersehen sagen. Die Zwei haben sich nämlich durch das spanisch Sprechen angefreundet. Auch winkten wir unseren Nachbaren ein letztes Mal zu und somit war alles getan, um das schöne Örtchen zu verlassen und weiterzuziehen.
Auf nach Dénia!
Kurz nach der Abfahrt, leuchtete uns die Tankanzeige entgegen. Liam hat das ganze Prozedere bereits ein paar Mal hinter sich gebracht und wir hatten die Hoffnung, dass er es beginnt zu verstehen. Und tatsächlich ein strahlendes:" Hey ich habs geschafft" - und das beim ersten Anlauf- stimmte unsere Gemüter glücklich für die Weiterfahrt. Da Alena fuhr und Alex Beifahrerin war, könnt ihr euch denken wie es in der Fahrerkabine abging. Ein Lied nach dem anderen wurde mitgeträllert und auch auf den sogenannten Gossen-Deutsch-Rap wurde nicht verzichtet. Wie zwei breitgebaute Kerle rappten wir den Text mit und Moritz und Liam staunten nicht schlecht. So fuhren wir mit unserem Partybus und gutem Karaoke zu unserem nächsten Ziel.
Ein erneuter Halt auf einer Tankstelle, galt diesmal nicht dem Tank, sondern Liam.
Dieser wollte bereits seit fünf Tagen Zigaretten kaufen und genau das wollte er nun in Angriff nehmen. Zurück kam er mit Stumpen... keine Sorge wir waren genauso verwirrt wie ihr und haben bisher keine plausible Antwort erhalten. Wenn eine Fahrerin wie Alena sich so bemüht, kommt da auch ein Hüngerchen auf. Dies löste Alex ohne Probleme und hielt Alena ab und an ein Chips vor die Futterluke. Mit viel Zungentechnik und ein/zwei kritischen Vorfällen, wurde Alenas Hüngerchen erfolgreich gestillt. Die Fahrt war angenehm, etwas holprig aber nicht so, dass es uns gestört hätte. Gestört hat uns dann die Aktion von dem weissen Van. Der bog nämlich ganz selbstverständlich auf unsere Spur ein und dies mit einem Zentimeter-Abstand. Alena konnte glücklicherweise schnell auf die Bremse treten und wir fuhren dem Idioten nicht in den Hintern.
So gut wie sie die Bremse betätigte, konnte sie auch die Hupe drücken.
Dem haben wir es gezeigt, auch wenn unsere Hupe für so ein grosses Auto eher einem quietschendem Huhn gleicht. Da die Fahrt noch etwas dauerte, machte sich Alex nützlich und schrieb am Blog weiter. Nur das wir es gesagt haben, der Blog wurde fahrend und mit einer Pringels-Schachtel zwischen Schulter und Kopf eingeklemmt geschrieben. Was wir nicht alles tun für unsere neugierigen Liebsten. Die gute Alena fuhr und fuhr und das "Füdli" tat schon weh, als wäre das nicht genug klemmte sie sich dann auch die Unterhose, die sie gestern Abend vergessen hatte, zwischen den Backen ein.
Verflucht war diese Unterhose sagen wir euch!
So locker wie unsere Freundschaft ist, bot Alex an, die Unterhose für Alena rauszuziehen. Leider kam es nicht so weit, nicht weil Alena nicht wollte, sondern weil der Autobahn-Verkehr die Aktion nicht zuliess. Nicht nur wir zwei in der Fahrerkabine waren mit "Seich" beschäftigt, sondern auch Moritz und Liam. Die beiden hatten mittlerweile ein Battle in Bezug auf die gelben und orangen Autos. Schon speziell, dass hier so viele farbenfrohe Autos herumtuckern und in der Schweiz möchte niemand unbedingt ein farbiges Auto. Nach einer langen aber wirklich sehr guten und gemütlichen Fahrt, steuerten wir in die Einfahrt vom Camping los Pinos. Hurra wieder einmal sind wir alle unverletzt und lebend angekommen. Wir finden, dass wir das nun auch mal wertschätzen dürfen.
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