Entschuldigt uns, ihr habt länger nichts von uns gehört. Aber wir müssen ja auch etwas erleben, um euch darüber berichten zu können.
Ihr fragt euch sicherlich, was diesen Tag so besonders macht.
Die Antwort darauf ist so simpel wie schön, denn Alex durfte ihren Geburtstag an diesem wunderschönen Ort verbringen. 23 Jahre auf dieser Kugel und das erste Mal, dass sie nicht zu Hause feiert. Der Start in den Tag sollte schonmal nicht so entspannt und feierlich sein. Wie die Wilden strömten Alex und Alena aus dem Van heraus, denn wir sind uns sicher, an diesem Tag war es heisser als im Sommer 2003. Wissen tuen wir nichts über die damalige Hitze aber unsere Mamis predigen das immer wieder. So lagen wir schweissgebadet auf unseren Klappstühlen und beschwerten uns erstmal ordentlich. Auf den Stühlen war es so unangenehm, dass wir uns auf die Luftmatratzen verlagerten. Auch Fermin verbrachte den Tag unter dem Auto, da es dort erstaunlich kühl ist. Wenn wir darunter Platz gehabt hätten, hätten wir uns mit Sicherheit dazugesellt. Als alle aus ihrem Schlaf erwacht waren, wurden Alex die Geschenke überreicht. Alena hatte noch etwas Streit mit der Post, weshalb ihres noch Zuhause lag, aber sie erzählte ausgiebig davon. Anschliessend war Moritz dran, dieser hatte dem kleinen Fermin eine Schleife umgebunden, um so Alex ihre Geschenke zu überreichen. Fermin war weniger begeistert und fragte sich vermutlich ständig, was da komisches an ihm runterbaumelt. Alle herzten sich, so sehr wie man das in dieser Hitze kann und freuten sich gemeinsam über die Feierlichkeit.
Aus unerklärlichen Gründen hatten Moritz und Liam das Gefühl sich an diesem Tag noch aktiv betätigen zu müssen.
Ihr Ziel war das Städtchen Mojácar. Die grosse Frage war aber, wie kommen die zwei vom Berg hinunter ins Tal? Die Lösung kam mit wenigen Klicks auf dem Handy. Alena meldete sich bei der Besitzerin vom Camping, ob sie denn ein gutes Taxi kennt, welches sich den Weg den Hügel hinauf bahnen würde. Eine Liste ploppte auf dem Handy auf und gleich auch noch eine Nachricht. Darin bot sie an, die Herren auf ihrer nächsten Fahrt, direkt mit runter ins Städtchen zu nehmen. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen wie oft Alex und Alena "nei jöö, esch das härzig!" gesagt haben. Wie unglaublich ist es, dass es noch Menschen gibt mit so einer Selbstverständlichkeit und Freundlichkeit wie diese Frau sie lebt. Eine Einkaufsliste wurde verfasst und die Herren haben je eine Aufgabe bekommen. "Bringt uns etwas mit" sollte diese lauten und sie bahnten sich ihren Weg ins kühle Auto. Währenddessen lagen Alex und Alena auf der Luftmatratze und garten vor sich hin wie ein Gratin im Ofen und versuchten ihre gemeinsame Hirnzelle für den Blog zum laufen zu bringen. Dies funktionierte so mässig, denn wir liessen uns immer wieder von der Hitze und der Frage was uns wohl mitgebracht wird ablenken. Inmitten der Erreichung einer neuen Garstufe klingelte das Handy von Alex. Moritz rief an um Alex die Schälchen zu zeigen, die er in einem Laden gefunden hatte. Alex konnte sich diese via FaceTime anschauen und genau die aussuchen, welche sie am schönsten fand. Nach guten drei Stunden kehrten Moritz und Liam wieder mit einem Taxi zurück und stellten uns ihren Einkauf vor. Eine Fliegenfalle, sodass unser Van noch mehr nach Horrorfilm aussah, die grösste Fliegenklatsche der Welt (mit "Love" Aufdruck in neongrün) ein Magnet für Alena und drei schöne, farbige Schälchen für Alex. Die Fliegenfalle wurde direkt inspiziert und aufgehängt, genau so wie die Fliegenklatsche, welche direkt ihre ersten Opfer fand. Schon nach kurzer Zeit sammelten sich einige Viecher an der Falle. Zugegeben zwei oder drei sind als Lockvogel angeklebt worden, danach funktionierte sie aber wie eine Eins. Eine Erwartung wurde aber nicht erfüllt, Geburtstags-Dekoration für Alex gab es nicht, anscheinend hat in Mojácar nie jemand Geburtstag. Das war zwar eine Enttäuschung, aber Alena hatte da noch eine kleine Idee, diese sollte aber erstmals geheim bleiben. Während wir da auf unseren Stühlen vegetierten, sichtete Alex einen herrenlosen Hund. Dieser spazierte so über den Camping, als wäre nie etwas anderes seine Aufgabe gewesen. Nur wenige Minuten später spazierte Moritz zur Bar um etwas zu Trinken zu bestellen, wo er auch mehr über den fremden Hund erfuhr. Die Hündin heisst Lulu und lebt auf einem Bauernhof einige Kilometer entfernt. Wenn Lulu nicht auf diesem Hof angekettet ist, wandert sie zum Camping Sopalmo und bettelt bei den Campern um Futter. Dies macht sie nun schon einige Jahre, sehr erfolgreich wie es scheint. Das sollte aber nicht unsere einzige Begegnung mit Hunden bleiben. Auf einer Gassirunde lernte Fermin auch noch Nilo kennen. Nilo ist der Hund der Besitzer vom Camping. Sie haben diesen auch als Streuner aufgenommen und teilen ihr Leben nun schon fünf Jahre mit ihm. Nilo bedeutet Nil, wie der Fluss, auf Spanisch. Das ganze Kennenlernen war etwas knurrig aber trotzdem wertvoll. Zudem muss man sagen, wenn die Muttersprache nicht geteilt wird, ist es etwas schwierig ein Hunde-Kennenlernen zu strukturieren.
Zu einem Geburtstag gehört ein gutes Abendessen.
Die Wahl fiel auf Fajitas und Bruschetta zur Vorspeise. So wurde geschnippelt was das Zeug hält und das ersehnte Abendessen vorbereitet. Unserer Meinung nach waren das die besten Fajitas aller Zeiten und das lag ganz sicher an der Kombi mit dem gemütlichen Campingplatz. Weil die letzte Runde vom Fragenspiel so gut war, gab es an diesem Abend direkt noch eine. Wir lernen uns alle auf dieser Reise Stück für Stück besser kennen, was gibt es denn Schöneres.
Frage aus unserem Spiel an euch: Was war eure letzte gute Tat?
Gerne dürft ihr die Frage in den Kommentaren beantworten... wir sind "Gwundernasen". Nun zu der geplanten Überraschung. Alex und Moritz wurden auf einen zehn-minütigen Spaziergang geschickt, während Liam der offizielle Handlanger von Alena wurde. Der Tisch wurde in Windeseile abgeräumt, geputzt und schön hergerichtet. Kerzen, eine Herz-Serviette, Rosen aus Kühltüchern und Cookies anstatt Kuchen. Schliesslich soll ein Geburtstag auch gebührend gefeiert werden. Die Cookies wurden verputzt und duschen stand auf dem Programm. Liam und Moritz bahnten sich ihren Weg und nur wenige Augenblicke später stand Moritz wieder da, um hastig sein Handy zu suchen. Die Verwirrung wurde gross bis Alex und Alena aufgeklärt wurden.
Im Herren Badezimmer hat sich eine riesige Spinne einquartiert welche unbedingt fotografiert und durch Licht besser beobachtet werden sollte.
Irgendwie kamen die Herren dann nicht mehr so schnell wieder. Es schien also gut zu sein, dachten wir jedenfalls. Moritz kehrte zurück, immer noch nicht so entspannt. Die gute Spinne war nämlich plötzlich weg und hat den beiden währenddem Duschen ein eher unangenehmes Gefühl gegeben. Die beiden duschten nach dem Motto:"Was wir nicht sehen, ist auch nicht da". Wir könnten uns nun drüber streiten, ob das eine gute Methode ist oder eher nicht. Alena und Alex mussten natürlich auch noch einen Duschvorgang starten. Wir hatten ganz schön Bammel, dass uns auch irgendwelche unerwünschten Viecher begegnen. So spähten wir ganz vorsichtig mit Sack und Pack durch die Tür und wagten den ersten Schritt. Der Lichtschalter wurde von Alex betätigt und wir konnten aufatmen. Kein einziges Insekt hat den Weg in unser Badezimmer gefunden. Wir zwei hatten sozusagen ein Spa-Bereich, im Gegensatz zu den Männern. Das einzige, was sich als ausbaufähig betiteln liess, war Alenas Duschbrause. Irgendwie erwischt sie immer ein Montagsmodell in Bezug auf Duschen. Die Brause hatte gefühlt kein Schub und "brünzelte" vor sich hin. Alex dagegen hatte ein neueres Modell und ihre Haare waren im Nu nass. Naja, Alena kämpfte sich durch den Duschvorgang und war aber im Nachhinein ebenfalls sauber, so schlimm war es zum Glück dann doch nicht.
Als sie dann aber in ihrer Tasche grub und keine Unterhose fand, wurde aus dem Verwöhnungs-Spa eine der lustigsten Geschichten.
Die Unterhose war nämlich im Van vergessen gegangen... Alena zog ihr langes T-shirt an und musste erstmal proben, ob man gleich in ihre Küche schauen kann. Mit einem bewegungslustigen Catwalk testete sie die Situation und Alex meinte:"Passt schon, heb nur nicht deine Arme an". Immer noch "vergrölte" es uns ab dieser absurden und völlig ungeplanten Situation. Alena konnte ab dem Punkt dann nicht mal mehr anständig Zähneputzen und Alex kostete dies natürlich aus. Als Krönung machte sie eine Grimasse, welche Alena nicht einmal klar sehen konnte und schon spritze die Zahnpasta durchs Bad. Alex krümmte sich mit Zahnpasta auf den Armen vor Lachen und hielt sich nur noch den Bauch. Schnapp-atmend schauten wir uns an und konnten voller stolz wieder einmal sagen:"Wow das ist unsere Freundschaft und wir lieben wirklich alles daran"! Nachdem Alena ganz unschuldig und unauffällig (untenrum nackt) über den Campingplatz lief, mussten wir das Ereignis natürlich mit den Herren teilen. Nachdem diese Geschichte dann auf dem Tisch war, liessen wir den Abend ausklingen und waren dann schon bald einmal hundemüde. Alex hatte nicht mehr Geburtstag und das Bett rief. Moritz und Alex kamen dann aber noch auf eine Idee, welche wir bis heute durchziehen. Der Kofferraum beim Schlafen offen lassen. Das macht wirklich einen enormen Unterschied, auch profitiert Fermin davon. Der durfte in den Genuss von dem kleinen Ventilator kommen, welcher vor unserem Einzug im Van war. Ein leichtes Lüftchen traf ihn und schon war das Hächeln verschwunden und auch er konnte in Ruhe die Nacht geniessen. Um ehrlich zu sein war es schon komisch, dass er Kofferraum offen war und Alex dachte sich im ersten Moment:
Was wenn ich geklaut werde?
Die Hitze war jedoch so unerträglich, dass das nebensächlich war. Die Einbrecher hätten sowieso über uns drüber klettern müssen, denn der Van wurde trotzdem abgeschlossen. Mit mulmigen Gefühl und weniger Hitze, schliefen wir mehr oder weniger friedlich ein.
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