Kapitel 9; Der ausgestorbene Campingplatz

Veröffentlicht am 16. Juli 2026 um 23:00

Ein neuer Camping, ein neuer Check-in.

So stiefelten Alena und Liam drauf los um ihre Ankunft anzukündigen.

Die Dame erklärte uns was wir in welchem Ecken finden und wo unser Platz ist. So waren wir nach den letzten beiden Campings ziemlich erstaunt, dass uns einfach ein Platz zugewiesen wurde und das auch noch auf einem halb leeren Camping... Wir machten uns nicht weiter Gedanken darüber und traten das neue Abenteuer an. Unsere Schlussfolgerung ist, dass die Camper so hingestellt werden, dass nicht zu viele Stromkästen in Benutzung sind.

Schon während dem Einparken bemerkten wir,

dass der Hund der Nachbarn nicht angeleint war und etwas wild herumwuselte. Alex bekam bereits durch das geöffnete Fenster einen angsteinflössenden Blick von der (Entschuldigung) bösen Ratte. Kaum war der Van einparkiert und Fermin ausgestiegen, kam der Hund wie eine Furie auf unseren Stellplatz rüber und wollte den armen Fermin jagen und beissen. Alena versuchte das Ding zu verscheuchen, hat es zwei mal aus Versehen etwas "getschuttet" bis dann auch endlich die Besitzer angetrottet kamen. Sie schrien den Hund an, der nicht wirklich gewillt war zuzuhören. Er drehte ein Mal in Richtung seiner Familie um, nur um erneut und noch wütender wieder zurück zu kommen. So sprang Alena vor den fremden Hund, sodass die Steine flogen und Alex schrie laut "gohts eigentlech no?!". Das Problem daran war vermutlich, dass die spanischen Nachbarn kein Schweizerdeutsch konnten. Gewirkt hat es anscheinend doch, denn der Hund wurde endlich zurückgepfiffen und angeleint.

Nach dem Einrichten und Niederlassen, hatten wir die Schweissperlen wieder einmal an vorderster Front.

So genehmigten wir uns eine Glacé. Die Dame an der Rezeption hatte bereits in grossen Tönen von dem Eissortiment geschwärmt. Sie scheint sehr bescheiden zu sein, denn von 30 verschiedenen Sorten waren noch circa 5 erhältlich. Naja man soll sich über die kleinen, wirklich sehr kleinen Dinge erfreuen und so genossen wir die Glacé, die etwa die 7. Wahl gewesen wäre. Natürlich hat es uns trotzdem sehr gut geschmeckt und wir waren dankbar über die Erfrischung. Nach mehreren Minuten in dieser Hitze reichte die Glacé jedoch nicht mehr und wir entschieden uns in zweier-Teams zum Meer zu marschieren. Mit einer Karte, welche uns den Direkt-Zugang bat, hatten wir zum grossen Glück nicht einen langen Weg vor uns. Alena und Alex staunten nicht schlecht, als sie die steinige Langschaft begutachteten. Überall waren Steine in Grössen von Golfbällen und riesigen Schnitzeln... Es war beinahe unmöglich ohne Schlappen auf dieser Oberfläche zu laufen und so machten wir eine eher weniger gute Figur. Es sah anscheinend so auffällig schlecht aus, dass sich sogar der junge Bademeister auf seinem Hochsitz nicht zurückhalten konnte und lachen musste. Als wir dann endlich so weit drinnen waren, dass wir halbwegs schwimmen konnten überzeugte uns die Badestelle nicht wirklich. Auch im Wasser fanden wir Felsbrocken, Muscheln die spitzig waren und weiches Moos. Eigentlich fühlte es sich an, als hätten wir einen Ausflug an den Hallwilersee gemacht. Wir beschlossen nicht länger in diesem Tümpel zu sitzen und kämpften uns aus dem Wasser. Wer hat sich das mit diesen Steinen nur überlegt? Man könnte meinen beim zweiten Mal ist es nicht mehr so schlimm, doch jetzt kommt noch die Neigung dazu. So rutschten wir immer wieder zum Wasser und waren kurz davor auf allen Vieren zu unseren Badetüchern zurück zu trampeln. Beim Campingplatz angekommen, tauschten wir und Moritz und Liam durften ihr Glück versuchen. Anscheinend hatte unsere Faulheit uns zu diesem Erlebnis gebracht, denn die beiden liessen sich etwas weiter hinten ins Wasser und hatten flachere Steine. Naja mindestens mussten wir zwei nicht lange in der prallen Hitze umhergehen. Zu Alenas Überraschung hatten Moritz und Liam sogar noch einer diesen super-flachen Steine mitgebracht. Alena mag flache Steine... wir wissen noch nicht recht wieso.

Langsam aber sicher dunkelte es ein und wir sassen wie immer gemütlich unter unserer Peggy.

Alle vier im Campingstuhl und Fermin verlagerte sich ab und an in eine neue Liegeposition am Boden. So ruhig sassen wir nicht lange da, denn aus dem Nichts fing es aus den Bäumen an zu lärmen. Wir hätten lieber nicht Frau Google gefragt, denn nach unserer Recherche war uns etwas unwohl. Der Lärm kommt von Viechern, die ungefähr aussehen wie eine Mischung aus einer riesigen Heuschrecke und einer Fliege. Ganz schön eklig aber sie blieben uns fern und waren nicht auf Streit aus. Wir waren gezwungen mit dem Lärm zu leben und schrieben an unserem Blog weiter, währenddessen die Herren eine Runde Schach spielten. Da der Tisch mit dem Schachbrett belegt war, kam Alena dann die Idee unser Abendessen auf ihren Beinen vorzubereiten. Nahezu wie bei einem Schlachtfeld, rührte, schüttete und schlug sie unseren Teig für die "Omeletten". Eier in dieser Position aufzuschlagen, schien nicht einfach zu sein, denn Alex wurde beauftragt ein Lappen zu reichen. Das Ei bahnte sich nämlich den Weg über Alenas Beine, bis hin zur kurzen Hose. Ohje, der Lappen kam zu spät und Alena fand später in der Dusche noch Eierreste an sich. Nach der sehr wirklich sehr langen Schachrunde, war dann der Tisch bereit für das Kreieren von "Omeletten". Alena zog sich diesmal eine Schürze an (ihr Badetuch) und war so vom Gröbsten geschützt. Alex versuchte langsam den Teig in die Pfanne zu giessen und schon fing es an zu brutzeln. Nur zur Info: Natürlich haben wir das erst um etwa 22:30 über die Bühne gebracht und hatten dadurch eine eingeschränkte Sehkraft. Ab und an landete der Teig an einem Bein oder am Arm oder tröpfelte unseren Vorgarten voll. Liam war dann gewillt, Alex's Job zu übernehmen und war ungefähr gleich schlecht in dieser Aufgabe. Die "Omeletten" wurden immer dicker und wir hatten immer weniger Geduld, da unsere Bäuche alle hungrig waren. Mittlerweile waren sie ungefähr so dick, wie ein Scheibe Brot... So wurden es an diesem Abend vielleicht nicht die schönsten "Omeletten" aber sie haben grossartig zusammen mit Frischkäse und Schinken geschmeckt. Zum Abschluss schletzte dann jeder noch eine mit Nutella in den Magen und wir waren alle mehr als satt.

Die Verdauungspause tat gut und gab uns Kraft für ein neues Spiel.

Alena und Alex hatten nämlich vor den Ferien die Spielabteilungen in verschiedensten Läden geplündert und das Spiel "Black Stories" ergattert. Um euch zu verstehen zu geben wie cool dieses Spiel ist, hier eine kurze Erklärung: Das Spiel enthält Karten mit einem Bild, einem Titel und einer Frage auf der Vorderseite. Auf der Rückseite findet man die Geschichte zu einem Kriminalfall. Einer aus der Gruppe beantwortet die Fragen der anderen mit Ja und Nein. Die anderen müssen den Fall anhand der eigenen Fragen lösen. Man kann zum Beispiel fragen: Ist jemand umgekommen? War es nur ein Täter? Oder auch war die Polizei mit im Spiel? Gemeinsam kann man dann rätseln und diskutieren, was da wohl passiert ist. Ein wirklich tolles Spiel, dass wenig Aufwand braucht und uns doch ganz toll beschäftigen konnte. Selbstverständlich mussten wir an diesem Abend auch noch duschen, da die Hitze uns allen wieder ein unangenehmes Körpergefühl gab. Die Dusch-Teams waren dieselben wie immer und anstatt nur den Dreck und den Schweiss abzuwaschen, konnten wir gleich auch unsere Mückenstiche kühlen. Hier hatten wir nämlich kein Problem mehr mit Fliegen, dafür ein ordentlichen Streit mit Mücken. Unser Tag neigte sich dem Ende zu, wir fühlten uns wohl auf unserem Platz, jedoch waren wir uns alle auch einig, dass es ein weniger freundlicher und familiärer Camping ist. Das Grüssen liess hier jeder aus und man lief stumm aneinander vorbei... Schade, denn das ist das komplette Gegenteil von dem was wir bisher erlebt haben. Auch muss man aber sagen, dass wir den Tag untereinander geniessen konnten und das ist mindestens genauso wertvoll.

Kein "Hola", dafür ein "Buenas Noches" unter uns 5.



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