Kapitel 4; Das erste Ankommen der fünf Camper

Veröffentlicht am 12. Juli 2026 um 23:30

Angekommen am Camping la Buganvilla

Alena hüpfte aus dem Van und stiefelte zur Rezeption, während Alex mit einem Schuh auf den Fahrersitz kletterte. Der Check-In verlief ziemlich reibungslos und es gab zum Glück keine Sprach-Missverständnisse. Der nette Herr hinter der Scheibe zeichnete auf der Karte des Campings genau ein, wo wir uns befinden und in welchen Bereichen wir uns einen Platz aussuchen dürfen. Ja ihr habt richtig gehört, in der Hochsaison durften wir uns aussuchen, an welchem Plätzchen wir uns wohlfühlen wollen. Sogar den Abstell-Parkplatz hat er uns schön, säuberlich eingezeichnet. Gemeinsam fuhren wir hoch, um zu parken und Alena und Liam machten sich auf die Suche nach dem besten Camping-Spot. Kurze Zeit später konnte man Liam schon zurückkommen sehen. Gespannt suchten wir Alena und den Stellplatz mit dem Van auf, dabei mussten wir gewisse Hindernisse umgehen oder angehen. Die erste Schwierigkeit war, dass die Schotterstrasse eine Einbahnstrasse war. Dies haben wir aber kurzerhand ignoriert und steuerten entschlossen in Richtung Alena. Es wäre ja eine massive Zeitverschwendung gewesen, den ganzen Camping zu umrunden und die arme Alena stehen zu lassen. Eventuell haben wir uns doch für die falsche Strecke entschieden, denn vor uns sah die Strasse nicht mehr allzu prächtig aus. Eine Mischung aus Hügeln und einem tiefen, breiten Spalt... So schnell wie Liam eingestiegen ist, musste er auch wieder aus dem Van raus, um die Situation genauer zu betrachten. Ein: "Das geht schon" kam Alex zu Ohren und ihr Fuss ging behutsam von der Bremse. Alena winkte schon von Weitem wie wild, bis sie sah, wie unser Schiff zu schwanken begann. Hoppla, das war ganz schön knapp, denn so wie es von Aussen ausgesehen haben muss, hat es sich vermutlich auch im Innenraum angefühlt. Liam meinte danach, dass der Unterboden um haargenaue zwei Zentimeter nicht aufgeschlagen hat. Angekommen bei Alena, die ihre Augen vom Schock immer noch weit aufgerissen hatte, kam das Einmanövrieren. Als Alex dann den Van zum stehen gebracht hatte, entschieden wir uns um und stellten das Gefährt doch auf die andere Seite. Andere würden sagen, dass es mühsam ist, wir möchten natürlich das bestmögliche Campingerlebnis.

Nun gut, das Gefährt steht und wir durften beginnen zu tüfteln.

Die Stühle, den Tisch und die Markise wurden uns freundlicherweise vom Vermieter gestellt, jedoch war dies logischerweise unsere erste Aufbau-Aktion. Mit vereinten Kräften, 2-3 Fluchworte pro Person und einer Priese Geduld, konnten wir unser Outdoor-Wohnzimmer aufstellen. Nun ist es aber doch an der Zeit euch "Peggy" vorzustellen. Das Peggy-Peg ist eine Aufstellhilfe für die Markise, wenn der Boden zum Beispiel zu hart ist, um Heringe einzuschlagen. Eine wirklich gute Erfindung, denn dank ihr, steht unsere Markise wie eine Eins. Die gesamte Markise hat den Namen Peggy erhalten, anstatt nur die kleinen beschrifteten Füsschen. Die noch ungewohnte Hitze hinterliess aber doch etwas Schnapp-Atmungen und wir pflanzten unsere "Füdlis" dankbar auf die Campingstühle. Dies hielt jedoch nicht lange an, jedenfalls nicht bei Alex... Ganz unerwartet entdecke sie Fermins Gesicht, welches in etwa die gleiche Hügellandschaft aufzeigte, die wir von der Autobahn hier gewohnt sind. Der Schock sass tief, da es drei recht grosse Beulen an seinem Köpfchen waren. Wir vermuteten, dass dies Stiche von einem Insekt waren, welches es war, konnten wir uns leider nicht herleiten, da wir auch nichts bemerkt haben vor der Schwellung. Das einzige was wir in diesem Moment tun konnten, war es abzuwarten. Etwas später hatten wir die Antwort, woher der Stich kam... zum Glück oder auch Unglück, hatte Alena ebenfalls einen Stich. Ihr kleiner Finger schwellte ebenfalls an und es war klar, dass die Mücken hier zwar harmlos sind aber aggressiver, vor allem in der Abheilung.

Nach diesem Schock und dem strengen Aufbau, war es definitiv Zeit für eine Dusche.

Alena und Alex suchten ihre ganzen Duschsachen zusammen und stiefelten mit gefüllten Taschen davon. Wir waren schön erleichtert, dass das "Bad" sauber und recht gut ausgestattet war. Voller Vorfreude aufs kalte Nass, mussten wir zuerst einen organisierten Weg finden, um nicht nackt aus der Dusche zu müssen, aber auch sollte die neue Kleidung nicht gleich mit duschen. Mit Ach und Krach gelang es uns und wir wollten gar nicht mehr unter der Brause hervortreten. Denn glaubt uns, spätesten an unserem Campingplatz haben wir wieder geschwitzt. Fermin wurde an uns übergeben, denn auch die Herren brauchten eine Abkühlung. Moritz in die eine Richtung und Liam ging definitiv in die Falsche. Als er 2 Stunden später nochmals ins "Bad" hochlief, fiel ihm auf, dass er die Schilder nicht genau studiert oder beachtet hat. Der gute Mann hat nämlich voller Überzeugung im Frauenabteil geduscht. Er kann von Glück reden, dass ihm niemand über den Weg gelaufen ist. Zu dieser absoluten Brüller-Geschichte, erzählte er uns in grossen Tönen von dem Huhn und den "Bibeli" die hintereinander herwatscheln. Das muss man Alena und Alex natürlich nicht zwei Mal sagen. Leider kamen wir ohne Erfolg zurück und konnten nur einen Hahn vorfinden. Entweder es lag an unseren Augen oder Liam hatte dieselbe Halluzination, wie Alex mit den Ziegen.

Mögt ihr euch noch daran erinnern, als Sejad uns den Van und seine Funktionen erklärte? Wir nämlich nicht.

So standen wir vor der Rückbank und riegelten an verschiedensten Optionen herum, bis wir nach circa 10 Minuten dann den richtigen Knopf erwischt haben. So konnten wir dann doch noch das Schlafgemach von Moritz und Alex eröffnen und sie mussten nicht im Zelt schlafen (wir besitzen kein Zelt).

Wenn man campen geht, muss man öfters mal damit rechnen, dass man sich selbst enttäuscht.

So enttäuschten wir uns, indem wir das wohl wichtigste Gewürz: das Salz, vergessen haben. Es war schon spät, dunkel war es schon lange und selbst wenn noch ein Supermercado offen gehabt hätte, wären unsere Beine zu müde gewesen. Gegen 00:00 gab es dann fade Teigwaren mit rotem Pesto. Wir wären aber nicht wir, wenn wir noch ein Ass im Ärmel gehabt hätten. Jeder streute unser mitgebrachtes, gutes Schweizer Aromat über sein Teller und so war das "Znacht" gerettet und ein echter Gaumenschmaus. Keine Sorge nach gefühlten 48 Stunden ohne warmes Essen, isst man alles. Aber um ganz ehrlich mit euch zu sein: es hat wirklich gut geschmeckt. Weil Liam der Chefkoch war und Moritz auf Fermin geschaut hat, machten Alex und Alena die letzte Reise zur Abwasch-Station. Wir verdrehten jedoch schnell unsere Augen, als wir gesehen haben, dass diese nur hinter den Frauen-WCs aufzufinden war... war ja  klar, wo denn auch sonst oder. Zurück im Van fanden alle schnell ihr Schlafplätzchen und Alena und Liam kamen sogar in einer Spitzengeschwindigkeit in ihr Dachzelt hoch. Maximal 2-3 Minuten ging es, die Ruhe kehrte ein und jeder fiel in einen tiefen und schon lange nötigen Schlaf.

"Buenas Noches"


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