Tag dreissig in der Wildnis

Veröffentlicht am 30. August 2025 um 14:41

Alex, Alena und Luan


An diesem Morgen fiel das Aufstehen schwer. Die Emotionen sind gross, der Schmerz sitzt tief. Wir waren alle noch nicht bereit diese Zeit und unsere neuen Freunde hinter uns zu lassen. Was uns noch etwas erheiterte war, dass wir noch einen Ausflug geplant hatten, bis das grosse Aufräumen anstand. Wir warteten also auf Loris der uns zum bereits bekannten und geliebten Konnos Beach bringen sollte, wo wir endlich nochmal auf Schildkröten-Suche gehen wollten. Also warteten wir... und warteten... und... warteten..? Irgendwie kam aber kein Taxi. Also riefen wir mal bei Loris an der schwer darauf reagierte, dass wir einfach nicht abgeholt wurden. Er klärte kurz ab und rief zurück. Wir glaubten unseren Ohren kaum... Der Taxifahrer welcher Loris geschickt hatte, war an den Strand gefahren wo wir hin wollten... das lief ja schonmal super. Er entschuldigte sich, fluchte vor sich hin und sagte, dass er uns einen anderen Fahrer schickt, welcher nur noch kurz tanken musste und dann zu uns fahren sollte. Wir warteten also weiter, das konnten wir ja mittlerweile wirklich gut. Kurz darauf hörten wir ein Auto und wir schauten wie drei Erdmännchen umher. Wir freuten uns bereits so sehr auf die Klimaanlage dass wir fast einen Freudentanz hinlegen mussten. Wir setzten uns in die Karosse und staunten nicht schlecht, als wir Pedro ins Gesicht schauten. Der Mann fuhr los. Und er fuhr schnell. Das Gaspedal wurde förmlich durchgedrückt und wir erreichten den Strand unglaublich schnell. Vermutlich war das nicht einmal ansatzweise legal aber naja, wir erfreuten uns immer noch an der Klimaanlage.

Die Vorfreude über den Strand war so gross, dass wir kurz vergassen, wie viele Treppenstufen wir noch heruntergehen mussten. Ja... was soll man sagen... das vergisst man auch nur bis man von oben den Weg bis zum Strand sieht. Aber das sollte unseren Plan nicht ändern. Wir machten uns tapfer auf den Weg und suchten uns die drei besten Liegen. Bevor wir auf die Schildkrötensuche gehen konnten, mussten wir aber unbedingt noch die wohl besten Nachos vom ganzen Strand essen. Alena machte sich auf die Reise und organisierte den Gaumenschmaus. Frisch fröhlich schnabulierten wir das gute Menü und machten uns anschliessend bereit um unsere Tauchaktion zu starten. Der Wasserbag wurde gepackt, die Taucherbrillen montiert und los ging es ins Wasser. So sollte unser Abenteuer beginnen, mit den Köpfen unter Wasser. Immer wieder tauchte eine von uns dreien auf und erzählte welchen Fund sie eben gemacht hatte. Auf ein Mal fiel uns auf, dass wir ja unsere Go-Pro noch mit dabei haben. Die Go-Pro ist eine Action-Sport Kamera, welche uns in diesen Ferien nun schon zu einigen Dingen begleitet hat. Alena setzte sich auf einen Stein, irgendwo im Meer und angelte im Wasserbag nach der kleinen Kamera. Diese Übung war erstaunlich anspruchsvoll und dauerte auch mindestens 5 Minuten... Die Kamera fand den Weg in Alenas Finger und ab ging es. Aber irgendwie war etwas komisch... Irgendetwas brannte an Alenas Hintern ganz übel... so tauchte Alex mal ab und schaute sich das brennende Hinterteil an. Und oh Wunder, der Hintern war rot und von kleinen Punkten übersäht. Wir liessen uns aber nicht gross davon beirren und tauchten wie die Wilden weiter. Wir haben die schönsten Fische gesehen, tiefes Blau, spannende Steinformationen, aber natürlich keine Schildkröten. Etwas enttäuscht davon machten wir uns langsam aber sicher auf den Weg zurück an den Strand und durften dabei feststellen, wie weit wir eigentlich raus geschwommen waren. Wir kämpften uns den Weg zurück an den Strand, welcher uns nun ewig vorkam und freuten uns enorm darüber endlich wieder stehen zu können.

Zurück auf der Liege riefen wir bei Loris, an um uns ein Taxi zurück in unser Häuschen zu organisieren. Dieser schickte einen Fahrer los und wir kämpften uns wieder die elenden Treppen nach oben. Was den Anstieg aber nun noch etwas erschwerte, waren die müden Beine und Alenas brennender und juckender Ausschlag. Da wir aber bekanntlich die grössten Krieger aller Zeiten sind, haben wir durchgezogen. Wir haben zwar geflucht wie am Laufband aber das haben sicher alle erschöpften Krieger gemacht. Unsere edle, klimatisierte Kutsche sollte von Andreas gesteuert werden, was immer wieder eine grosse Freude ist. Sicher und glücklich erreichten wir unser Wohnquartier. Wir wuschen uns noch im Pool die Salzresten vom Körper und setzten uns dann auf unser Sofa. Alena bastelte sich aus einem Badetuch eine Hose und kühlte sich mit Erbsen den Ausschlag. Dieser sah mittlerweile weniger schön aus, aber was soll man machen oder. Es wurde Zeit, nun etwas aufzuräumen und zu packen, auch wenn wir das wirklich nicht wollten. Die letzte Wäsche wurde aufgehängt und die Vorgängige gefaltet und verräumt. Die Motivation darüber liess zu wünschen übrig, aber irgendwie mussten wir dieser Pflicht trotzdem nachgehen. Als wir diesen Schmerz hinter uns gebracht haben, gab es Abendessen und eine Dusche. Wir bereiteten uns vor, um noch ein Mal in das geliebte Senior Frogs zu treten. Es war etwas weniger Partylaune, da wir wussten, dass wir Abschied nehmen mussten.

Die Trauer begleitete uns zwar in unseren letzten Abend, wir liessen uns aber nicht davon leiten. Trotz allem feierten wir das Leben und liessen alles nochmals fallen. Plaudern mit unseren neuen Freunden, Freude an unseren Fröschen welche gemütlich in der Bar abhingen und viel Lachen. Der DJ spielte die besten Lieder und wir tanzten die wildesten Tänze. Oder wenigstens etwas das tanzen ähnelt. An diesem Abend durften wir noch ein altbekanntes Gesicht wieder begrüssen, nämlich den freundlichen Finnen namens Santeri. Der Gute war aber nicht alleine, er hatte noch zwei Freunde dabei. Gerne würden wir beide namentlich erwähnen, der eine ist uns aber entfallen... Also erzählen wir nur von Kalle. Grundsätzlich hat Kalle nicht wirklich viel mehr gemacht als Bier zu trinken und umher zu schauen. Der gute Kalle hatte aber irgendwann davon Wind bekommen, dass wir Deutsch verstehen. Dies bewegte ihn dann dazu, uns seine Deutsch - Kenntnisse weiterzugeben. Sein riesen Argument war dann, dass er sagen konnte: "ich bin der Kalle und ich liebe Lederhosen."

Währenddem der Abend verging, informierten wir noch Roxy, dass er alle zusammentrommeln soll wenn Feierabend ist, sodass wir ein Gruppenfoto machen konnten. So sammelten wir uns also alle und der Chef Chris machte an die 20 Fotos vom wilden Trupp. Danach stand der grosse Abschied vor der Tür. Alle lagen sich in den Armen und weinten zum Teil. Wir versprachen unseren Freunden wieder zu kommen und in Kontakt zu bleiben. Mit Taschentüchern und Umarmungen verbrachten wir noch einige Zeit in der bereits geschlossenen Bar und wünschten uns alle nur das Beste. Der Abschied sollte aber noch nicht vorbei sein, sondern nur vor die Tür verlegt werden. Dort waren wir also, in einer Gruppe von Menschen die sich von Zeit zu Zeit verkleinerte. Wir plauderten, erzählten uns wie sehr wir das alles vermissen werden und umarmten uns alle immer wieder. Bei jedem kam hier und da noch ein Tränchen hoch.

Ein Abschied sollte aber etwas unerwartet kommen... Alena und Roxy plauderten ununterbrochen und es sollte zu keinem Ende kommen. Nach einem elend langen hin und her musste aber der werte Herr ins Bettchen und verabschiedete sich schonmal von Luan und Alex. Zum Schluss dann auch von Alena. Aber nicht nur mit einer Umarmung wie bei den anderen beiden, sondern mit einem Abschiedsküsschen. Oder wohl eher Kuss. Da dies aber keiner gesehen hatte wurde der Mann zurückgerufen und er musste gleich nochmals. Das Publikum wollte die Sensation schliesslich auch noch gesehen haben. Etwas verwirrt fand Alena nach dem wilden Abschied zurück in die Gruppe und es sollte unbeirrt weitergehen. Kalle erzählte noch weiter von seinen Lederhosen und irgendwelche Geschichten die aber niemand so richtig verstand, da es wirklich mehr Kauderwelsch als Englisch war… geschweige denn Deutsch.

Aber wer wären wir, wenn es nicht auch noch etwas Drama gegeben hätte. Ein (sehr) angeheiterter Herr erkundigte sich nach einem Feuerzeug, irgendjemand aus unserer Gruppe händigte eines aus und der Herr... schmiss es zu Boden... Wir diskutierten Lautstark mit ihm was das denn soll und er wurde von Wort zu Wort unfreundlicher. Irgendwann schrien wir in die Morgenröte hinein wie Vögel die den Tag ankünden und die Rettung nahte. Zwei wildfremde Männer drängten den unangenehmen Herren in eine Ecke. Auch bei den beiden konnte er die Provokation nicht lassen. Womit er wohl nicht gerechnet hatte war, dass die zwei wohl etwas aggressiver waren als wir und er fing sich einen Schlag ins Gesicht ein... so taumelte der Herr davon und wir wussten, dass wir langsam den Heimweg antreten mussten. Niedergeschlagen verabschiedeten wir uns von den überbliebenen Barfreunden und spazierten mit der Morgensonne zu dem Taxistand. So war es nun auch Zeit die finnischen Freunde hinter uns zu lassen und nach Hause zu gehen.

Das Gute am Ganzen, da es nun eh schon Morgen war, mussten wir auch nicht mehr schlafen gehen vor dem Flug. Das Schlechte daran, es half der Motivation kein bisschen weiter.

 

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