Alex, Alena und Luan
Frisch aus den Träumen erwacht schleppten wir uns mehr oder weniger fit in unser Wohnzimmer. Wie jeden Tag gab es wieder einmal ein tolles Frühstück. Anschliessend wurde die Sonnencreme eingeschmiert und ab zum Pool. Für unseren Tümpel war es eh schon zu spät, um ihn noch zu retten, also begaben wir uns wie auch alle Tage zuvor frisch eingecremt ins kühle Nass. Wir wollten unsere Gewohnheiten ja nun auch nicht mehr ändern. Unsere Ausflugspläne hatten wir nachdem wir alles vereinbart haben in Alenas Kalender geschrieben. Frisch-Fröhlich schauten wir uns diesen an und trafen mit Freude auf den Eintrag „FETT SAUFEN“. Dann war wohl auch schon entschieden, dass den Tag über nicht mehr zu viel passieren würde, wir brauchten schliesslich Energie um am Abend fleissig zu feiern.
Ein gutes Zmittag, ein gutes Znacht und ab in die Dusche. Alena packte ihre wunderschöne (oder auch etwas hässliche) Stofftasche mit den weissen Tshirts, den Stiften und den beschrifteten Fröschen.
Noch kurz der Parfüm und Schlüssel Check und ab ins Taxi, ab zur Lieblingsbar. Da wir uns ja einen wilden Abend versprachen, liessen wir uns gerne noch die Gutscheine für Freigetränke geben und trudelten zu unserem Stammplatz. Die Gutscheine brauchten wir natürlich dank Rakib und Roxy gar nicht, sie landeten wie die 50 anderen in Alenas Bauchtasche.
Da wir das Ziel hatten eine grosse Party zu veranstalten, gönnten wir uns wieder ein Mal ein Sändelichesseli gefüllt mit Spass. Mit dem Spassgetränk lässt es sich nämlich viel besser Macarena tanzen. Nämlich so gut, dass Alena ein T-Shirt gegen den Kopf flog. Etwas unerwartet aber die Freude war erstaunlich gross. Ein Danke an Roxy, der den Kleiderschrank mit reichlich neuen Oberteilen füllt. Wir tanzten und feierten wie die Partymäuse, die wir nunmal sind. Die Zufälle überschlugen sich und wir verabredeten uns noch aus Versehen mit Hasan, Habibi und Rakib fürs Carwash. Immer wieder spannend wie das Leben so spielt...
Die Stunden und die Getränke flogen nur so an uns vorbei, der Spass erreichte das Blut immer mehr und mehr. Langsam aber sicher wurde es Zeit für unsere T-Shirt Mission. Das Ziel war es, von allen Mitarbeitenden eine Unterschrift auf unseren T-Shirts abzuholen, um schlussendlich ein wirklich wildes Oberteil zu haben. Das Oberteil sollte ein tolles Andenken an die Zeit in Zypern werden. Dies wollten wir eigentlich ganz entspannt angehen, uns in Reih und Glied aufstellen, die Mitarbeitenden an uns vorbei winken und so alle gewünschten Unterschriften einsammeln. Ich glaube ihr kennt uns mittlerweile gut genug um zu wissen, dass das niemals so funktioniert hat... Schlussendlich irrten wir wie die Wilden durch die Bar und versuchten irgendwie herauszufinden, wer noch fehlte und wer schon dabei war. Selbstverständlich funktionierte das alles nicht ohne, dass wir selbst auch noch etwas Farbe abbekommen hätte. Eins steht fest, diese Männer werden niemals einen schön-schreib Wettbewerb gewinnen. Zudem haben die einen Shirts auch Zeichnungen drauf mit Herzen (die nicht aussehen wie Herzen), Smileys und auch das männliche Glied wurde aufgemalt. Da wir nicht verklemmt sind, haben wir die Zeichnungen mit einem Lacher stolz getragen.
Selbstverständlich haben noch beim Aufräumen geholfen, geplaudert und gewartet bis die drei Herren ihre Schicht beenden konnten. Denn dann wollten wir noch unsere Geschenke überreichen. Bora Bora hat seinen Anhänger für sein Armband bekommen (die Freude war gross) und die zwei Plüsch Frösche fanden ihren Platz an der Bar von Rakib. Der Chef hat uns in den Arm genommen, sich bei uns bedankt und schlussendlich die Frösche strahlend begutachtet. Für uns war das sehr emotional. Die Gespräche die wir führten gingen tief und hinterliessen ihre Spuren. Auch wir haben in Zypern von Zyprioten Geschichten erzählt bekommen, welche in der Schweiz nicht einmal denkbar wären. All diese Menschen leben oft am Existenzlimit, sind teils geprägt mit Schicksalsschlägen und leben doch fröhlicher, dankbarer und mit viel mehr Liebe im Herzen, als viele Schweizer. Obwohl wir mehr haben, sehen wir viel zu viel selbstverständlich und sind selten zufrieden mit dem, was wir haben.
Das Senior Frogs verliessen wir emotional und mit einigen Tränen in den Augen.
Im Carwash aber, öffneten sich die Türen für unsere Partymeute und die Post ging ab. Wie immer war die Musik laut und wirklich gut, so dass wir in unseren super Shirts auch richtig feiern konnten und unsere Trauer etwas raus tanzen konnten. Wir feierten in die Morgenstunden hinein und genossen das Carwash. Wir waren Teil der Polonaise, schrien die Lieder mit und genossen einfach unsere Zeit.
Nach einigen Stunden überkam aber auch uns die Müdigkeit und wir verabschiedeten uns langsam. Leicht geknickt gingen wir Richtung Taxi, liessen uns nach Hause fahren und mussten erstmals den Abend verarbeiten.
Möckle-Counter: 10,5 (man mag es kaum glauben)
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