Alex, Alena und Luan
Der Tag den wir alle nicht so richtig wahrhaben wollten stand an. Morgens um halb acht trafen wir also wieder in unserem Häuschen ein. So setzten wir uns erstmal aufs Sofa, schmollten und Alena kühlte ihren Ausschlag verständlicherweise nochmals. Da wir uns alle nicht sonderlich wohl fühlten, wie auch an so einem Tag, machten wir uns erstmal eine Pizza. Danach zwangen wir uns kurzerhand alles was wir konnten einzupacken und etwas aufzuräumen bevor wir chillen konnten. Die Musik wurde eingeschaltet und es ging schon alles ein kleines, kleines, wirklich nur sehr kleines bisschen einfacher. Alex fühlte sich gar nicht gut, weshalb sie noch ein Schläfchen auf dem Sofa hielt. Für einen kurzen Moment verschwand Luan dann und fütterte die WC-Enten ausgiebig. Spülen, Zähne putzen, weiter machen. Die Küche wurde aus und aufgeräumt, unsere Betten wieder in Position gebracht (an dieser Stelle, Respekt an Luan, dass sie das riesige Möbel alleine durch den Gang gebracht). Alena brachte den Müll in der morgen Hitze nach draussen und verabschiedete sich noch von den Katzen. Die grosse Überraschung kam dann, als wir die Koffer neben der Treppe hervor nahmen. Darunter durften wir gleich drei tote Kakarlaken finden. Aber lieber tot als herumirrend. Die Koffer wurden voller und voller und wir Helden hatten vergessen die Kofferwaage mitzunehmen. Also wurde nun geschätzt und gehofft, dass wir später keinen Aufpreis zahlen müssen.
Nun fragt ihr euch sicherlich langsam aber sicher, wie das alles zeitlich so aussieht. Also: wir hatten beschlossen, dass wir nicht schlafen gehen bevor wir an den Flughafen gehen, weshalb wir auch nicht mehr von unseren Betten und Träumen berichtet haben. Der Plan mag ganz okay wirken, war aber wirklich anstrengend in der Umsetzung. Unser Flug ging um 11:30 somit war es ein langer Tag ohne den Schlaf der letzten Nacht. Naja, zurück zum Aufräumen und Packen. Bei unserem letzten Einkauf hatten wir es ein wenig übertrieben, weshalb der Tiefkühler noch sehr voll war. Auch hatten wir kurz überlegt, die zuvor entfernte Schublade wieder in den Kühler zu tun, was wir dann aber schnell wieder sein gelassen haben, nachdem wir erkannt haben wie viele Tauben dieses Ding als ihr Klo verwendet haben... Notiz an uns: vielleicht sollte man das Tiefkühlfach lieber in einem leeren Zimmer verstauen als auf der ungedeckten Terrasse. Aber nur vielleicht.
Da Alena beschlossen hatte in den geliebten Finken nach Hause zu reisen, mussten diese noch kurz gewaschen werden und in die Sonne gelegt werden zum trocknen. Trocken waren sie am Schluss nicht und die Socken haben bis heute noch Flecken davon. Aber was macht man nicht alles für einen möglichst bequemen Flug. Das Haus sah mittlerweile wieder fast ganz so ordentlich aus, wie als wir eingezogen sind. Kurz nach 09:00 hupte es draussen und wir mussten schmerzlich Abschied nehmen. Noch ein kurzer Blick in alle Zimmer und die Koffern wurden ins Auto verfrachtet. Wir überreichten Loris sein Geschenk worüber er sich tierisch freute. Er bedankte sich so herzlich und strahlte nun wie die Sonne.
Auf dem Weg zum Flughafen versuchte er uns ein wenig aufzumuntern und erzählte uns, dass er unseren Snack-Korb mit seinen Freunden teilen wollte. So fuhren wir nun vor uns hin, demotiviert, alle mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, bis Alex auf ein Mal auf juckte. Die Kopfhörer... sie lagen noch in der Villa. Diese wollten wohl einfach auf Zypern bleiben und sind nun offiziell ausgewandert. Schade, dass sie noch keine Postkarte geschickt haben.
Alex akzeptierte ihr Schicksal und wir fuhren weiter. Leider ging es ihr immer noch nicht besser, weshalb die Fahrt für sie eine Qual war.
Mit wackligen Beinen stiegen wir am Flughafen aus und verabschiedeten uns schweren Herzens vom geliebten Loris. Der Weg in die Halle fühlte sich an wie ein Walk of Shame. Doch dieses Gefühl wurde schnell von absoluter Überforderung übertönt. Der Flughafen war enorm unübersichtlich und wir haben nur mit Müh und Not herausgefunden wo wir unsere Koffer abgeben konnten. Die Warteschlange vor dem Schalter war lang. Also stelle sich Alena mal an und Alex setzte sich mit Luan auf eine Bank. Es verging fast eine halbe Stunde bis die Zwei mit ihren Ausweisen dazu stossen konnten. Die Koffer waren zwar teils schwerer als sie sein durften, das interessierte die Dame von der Gepäckabgabe aber herzlich wenig. Sie winkte uns durch und wir machten uns auf zum Security Check. Vorher noch ein dringender Abstecher zum WC. Alex war es richtig übel, also haben wir da die WC-Landschaft auch noch etwas angeschaut und auf uns wirken lassen. Etwas erleichtert gingen wir nun weiter. Wir durften wieder unsere Häftlingsfotos machen, anscheinend braucht man das auf Zypern auch zum ausreisen und los ging die Futtersuche. Zur Müdigkeit kam langsam aber sicher noch der Hunger der uns leicht wütend stimmte. Mit Sandwiches und Wasser bepackt gingen wir nun zum Gate. Wo wir uns setzten und gemütlich schnabulierten. Es war erschreckend nach diesem Monat im Ausland wieder Schweizer zu treffen und Schweizerdeutsch von anderen Leuten als uns zu hören. Das Boarding begann, wir suchten unsere Plätze und schon bald flogen wir los. Die Stimmung war trüb. Wir hielten uns alle an den Händen als wir abflogen und konnten dann endlich ein bisschen schlafen.
Wir landeten in Zürich, wollten schnell zum Kofferband und noch viel schneller nach Hause. Aber wir wären ja nicht wir, wenn nun nicht noch eine Geschichte geschrieben werden würde. Der Koffer von Alex kam, der von Alena auch, nur der von Luan wollte nicht ankommen. Also mussten wir den Koffer als vermisst melden. Luan war aber nicht die einzige. Insgesamt 6 Personen von unserem Flug hatten ihren Koffer nicht bekommen. Ein einziges Fiasko. Alena plünderte kurz den Selecta Automaten um das Warten etwas angenehmer zu machen und gut 45min später durften wir dann auch gehen. Der Koffer von Luan sollte nachgesendet werden, wenn er dann auch in der Schweiz ist. Grandios dieses Erlebnis. Nicht.
So fuhren wir mit Alex‘ Vater zu ihr nach Hause und standen vor verschlossenen Türen. Naja langsam können wir nicht mehr damit bluffen, dass wir nicht wir wären, wenn nicht noch etwas Spannendes passierte. Mittlerweile könnte man das als verfolgendes Unglück beschreiben… Etwas geknickt fuhren wir zu Alex’ Gotti und holten die Zweitschlüssel. Als wir die Schlüssel dann hatten, konnten wir trotzdem über den Fauxpas lachen. Und noch mehr darüber, dass es mehr mit Ungeschick zutun hat, als mit Unglück;) Angekommen packten wir wieder alles so um, wie es ein sollte und wo es hingehörte. Dann war es langsam Zeit, dass sich unsere Wege trennten. Wir fuhren Luan nach Hause, zur goldenen Möve und dann zu Alena nach Hause wo das heilige Menü schnabuliert wurde. Gegen 19:00 trennten sich dann auch die Wege von Alex und Alena und die wohl schönste Reise die wir bisher antreten durften nahm ein Ende.
Luans Koffer ist zwei Tage später bei ihr Zuhause angekommen. Die Freude war gross, Luan hat endlich wieder Unterhosen!
Nun noch ein letztes Mal für diese Reise, der Möckle-Counter: 12,5
Danke, dass ihr unsere Reise mitverfolgt habt. Wir hoffen ihr hattet viel Spass beim Lesen und dass wir Euch gut durch unsere Erlebnisse führen konnten. Danke an Alex und Luan, dass sie diese Reise unvergesslich gemacht haben und natürlich auch nochmals Danke an Moritz, dass er unseren Freundeskreis und die Zeit mit so viel Lachen und Harmonie erfüllt hat.
Es esch de Wahnsenn gsi! <3